PT #03: – Was Selbstliebe mit mir und meinem Leben macht –

[ Selbstliebe ]

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Manchmal fühlt es sich für mich so an, als würden alle über die Selbstliebe sprechen, aber niemand sie so richtig verstehen, sie nicht in ihrer Tiefe erfassen können. So viele Menschen, so viele Erklärungsversuche und doch kratzen die meisten wieder und wieder nur an der Oberfläche. 

 

Was ist Selbstliebe also wirklich, was steckt wirklich hinter dieser Liebe des Selbst?

 

Ich wusste lange schon, dass ich mir die Zeit nehmen und dir einen Artikel über die Selbstliebe schreiben wollte. Und als ich mir vor ein paar Tagen schließlich auch den Raum dazu gegeben habe, sie noch ein wenig mehr und ein wenig tiefer zu erforschen, vor allem in mir selbst, wurde mir eines ganz besonders bewusst. 

Dass Selbstliebe so viel mehr und so viel weniger ist als meine anfängliche Definition. So viel mehr als bloße Routinen, Rituale und Gewohnheiten. Und so viel weniger als TUN. So viel weniger als STREBEN. SEIN.

Jetzt in diesem Moment würde ich Selbstliebe sogar als das genaue Gegenteil von Streben bezeichnen. Sie bedeutet für mich, sein zu können, ohne mehr sein zu müssen. Ankommen, ohne irgendwohin kommen zu müssen. Und sie ist immer jetzt und niemals in der Zukunft oder Vergangenheit. Sie ist nämlich Liebe ohne WENN (Zukunft) und ABER (Vergangenheit). Sie ist immer jetzt oder nie.

Bedingungslose Akzeptanz und radikale Annahme, das ist Selbstliebe für mich. Und das absolute Loslösen. Das absolute Loslassen von allen deinen Identitäten. Das Loslösen von deinem Körper, deiner äußeren Hülle, von deinen Beziehungen, deinen Bezeichnungen und Beschäftigungen. Das Loslösen von alledem, wovon du dachtest, dass es dich ausmacht und deinen Wert begründet.

Wie du merkst, ist Selbstliebe für mich nicht mehr nur die Entscheidung für sich selbst, die Entscheidung sich selbst Gutes zu tun, sondern die Entscheidung, jetzt und hier mit allem, was gerade manifestiert ist, genug zu sein. Sie ist kein Zustand, der erreicht werden kann, sondern eine Übung, die Moment für Moment wiederholt werden möchte. Sie ist definitiv nicht die leichtere Route, aber sicherlich der schönere Weg.

Du siehst, Selbstliebe ist so groß, so vieles und erfordert doch nur eines - dir selbst zu begegnen, mit dir selbst zu sein, zu spüren, zu fließen, zu leben. Selbstliebe bedeutet für mich ganz klar leben. 

Wobei ein Leben ohne Selbstliebe ein Leben im Hamsterrad ist. Du strebst und machst und tust und kommst doch nie an. Eigentlich ist es sogar so, dass du umso weniger ankommst, je mehr du strebst. Denn sie ist nicht für, sondern von. Nicht für Fülle, sondern von Fülle. Sie ist nicht tun für mehr Wertschätzung. Sie ist handeln von der eigenen Selbstwertschätzung. Das Streben nach mehr ist Ego, das Leben von mehr ist Selbstliebe.

Sie ist das Gegenteil von Streben und katapultiert dich doch viel höher als deine Ziele. Denn entscheidest du aus der Liebe heraus, basiert dein Handeln auf Fülle. Und Fülle zieht mehr Fülle an. Strebst du aber wie wild, basiert dein Handeln auf Mangel. Und Gleiches zieht eben Gleiches an. Deswegen wird dich kein Streben der Welt jemals ankommen lassen. 


All das, was ich dir gerade geschrieben habe, bedeutet auch für mich Selbstliebe neu zu lernen oder viel-leicht zum ersten Mal wirklich. Zu akzeptieren, anzunehmen und loszulassen. Denn ich erkenne mehr und mehr, dass meine gesamte Existenz auf einem Streben nach mehr gründet. Und sogar all die Dinge, die mir große Freude bringen, mich auf die eine oder andere Weise mehr liebenswert machen sollten. Wie beispielsweise meine gesunde Lebensweise, meine Spiritualität und meine Berufung. Genauso wie mein inneres Streben danach, Selbstliebe zu lernen, um liebenswerter zu sein. 

Was für eine unglaublich verrückte, wundervolle Welt oder?

 

fünf fragen, die ich dir heute ans herz legen möchte
 

1. Sind deine Entscheidungen Kampfansagen gegen oder Liebeserklärungen an dich? 

2. Lässt dich deine Lebensweise mehr Fülle und Fluss erleben oder mehr Widerstand und Angst spüren?

3. Womit identifizierst du dich, woran hältst du dich fest, welcher Bereich lässt dich kämpfen?

4. Wie würde deine Entscheidung ausfallen, wenn du schon genug wärst?

5. Was, wenn es deine einzige Aufgabe wäre, mit dir und dem zu sein, was gerade ist?